"Nicht nach 'kleinkarierten' Maiglöckchen suchen"

KARRIERENEWS: Frau Knecht, Sie unterstützen Unternehmen, sich so zu positionieren, dass sie die richtigen Mitarbeiter finden. Wir sind ein Portal für erfahrene, sprich: ältere Arbeitnehmer. Für welche Unternehmen sind Erfahrene die Richtigen?

Sylvia Knecht: Auch wenn die Antwort nicht wirklich verblüfft: Im Grunde genommen können alle Unternehmen erfahren Mitarbeiter einstellen. Die Krux an der Sache ist im Kopf der Personaler zu finden: Älter = kränker, leistungsschwächer und nicht wirklich motiviert, weil auf dem Sprung in den Ruhestand. Dabei wissen wir mittlerweile, dass die Fitten, Motivierten und finanziell Abgesicherten unter den Älteren sich lieber noch einmal ganz neu verwirklichen wollen und hier nach geeigneten Möglichkeiten suchen. Das ist eine Riesen-Chance für die Unternehmen.

Welche Erfahrungen machen Sie in der Praxis, wie viele Unternehmen gehen tatsächlich auf erfahrene Kräfte zu?

Die Vakanzzeit, also der Zeitraum in dem eine Arbeitsstelle nicht besetzt werden kann und Wertschöpfung verloren geht, dauert derzeit rund. 80 Tage in Deutschland (Quelle: BA März 2014).  Die Unternehmen könnten deutlich schneller besetzen, wenn sie nicht in altbekannten Mustern nach dem ‚Kleinkarierten Maiglöckchen‘ suchen würden. Interessant ist,  wenn ein Vermittler, z.B. aus der BA, dazwischen geschaltet wird, klappt es deutlich schneller.

Echt? Woran liegt das?

Der Grund ist einfach: Einem Dritten glaubt man eher, wenn dieser einen älteren Kandidaten empfiehlt. Interessanterweise sogar dann, wenn bei klassischen Quereinsteigern die  ein oder andere fachliche Qualifikation fehlt. Jetzt in 2014, wo es so viele Babyboomer gibt wie nie zuvor, findet auch –endlich!- ein Umdenken in den Chefetagen statt. Denn jeder Chef kann sich nun konkret ausrechnen, wie lange es noch dauert, bis er nur noch von Youngstern umgeben ist, die in der Einarbeitungszeit viel Investition kosten.

Wie profitieren Unternehmen, wenn Sie statt Absolventen/Einsteigern  ältere Kandidaten einstellen?

Derzeit stehen viele Unternehmen generationsbedingt vor einem Wandel oder einer Umstrukturierung. Das bringt Unruhe in die Betriebe, langjährige Strukturen lösen sich auf. Die Praxis zeigt, dass sich leider in der neuen Unternehmenssituation die Erfahrung und Netzwerke von älteren Mitarbeitern nicht in der Wertschöpfungskette wiederfinden. Wer in diesen Phasen konzentriert auf erfahren Kräfte setzt und diese in den Prozess integriert, profitiert überproportional.

Können Sie uns Unternehmen nennen, die hier aus Ihrer Sicht vorbildlich sind?

Mittlerweile haben einige Unternehmen Quereinsteiger und ihre unverwechselbaren Talente für sich entdeckt. Lufthansa und Audi haben Programme wie JOOP‘ hinterlegt. Auch die Targobank bietet seit neustem  Quereinsteiger-Projekte an. Als Quereinsteiger kann man auch gut Personalvermittler einbinden, denn Unternehmen vertrauen eben der Empfehlung Dritter. Mein Rat an Bewerber: Gehen Sie offen mit dem Thema Quereinstieg um, und nennen alles, was die Vermittler als ihr fachliches Potential bei den Unternehmen aufzählen können.

Von Kandidaten hören wir immer wieder, dass es trotz bester/passender Qualifikation Absagen hagelt. Was machen diese Kandidaten falsch?

Sie müssen sich mehr auf die ‚Denke‘ der Unternehmen einlassen! Getreu dem Motto: Der Kunde kauft nur, was er braucht, sollte tendenziell alles optimal auf die Bedürfnisse der potenziellen ‚Kundschaft‘ ausgerichtet werden. Es gilt durchgängig bei der Bewerbung die Frage im Kopf zu beantworten: Was hat das Unternehmen in barer Münze davon, mich einzustellen?

Und wenn man das nicht wirklich pekuniär beantworten kann?

Dann passt es auch nicht, so fair muss man dann mit sich selbst sein. Ich erzähle hier mal ein wahres Beispiel aus der Automobil-Branche. Dort suchte man für eine Sonderedition jemanden, der als das gewisse ‚Extra‘ einen mit Hand aufgetragenen Marken-Namen lackierte. Nun können Autolackierer große Flächen sprühen, aber eben nicht wirklich gut Text auf Lack übertragen.

Aber es gab einen Quereinsteiger, der das konnte?

Ja, am Ende bekam die Stelle ein Konditor. Und zwar deswegen weil es ihm gelang, seine persönliche Fähigkeit, Torten aus der Hand heraus zu verzieren und zu beschriften, zu einem erfahrbaren Nutzen für einen Automobil- Konzern umzuwandeln. Konkret: ihm gelang es, seiner Erwerbsbiografie die entscheidende Wende zu geben. Konditoren als Autolackierer klingt auf den ersten Blick absurd, aber es kann funktionieren – wenn es beiden Seiten entscheidenden Mehrwert bringt.

Welche Empfehlung geben Sie erfahrenen Bewerbern für die Jobsuche?

Formulieren Sie klar in Ihrer Kommunikation mit dem Unternehmen, dass Sie kein ‚Exot auf weiter Flur‘ sind, sondern dass Sie als motivierter Berufswechsler ein hochinteressantes Potential darstellen.

Und wenn der Personalchef auf der anderen Seite des Besprechungstisches zu viele Hürden sieht – etwa kostspielige Qualifizierungsmaßnahmen?

Dann halten Sie dagegen: Einer jüngeren Fachkraft, der etwa eine Weiterbildung fehlt, würde man ja auch nicht aus einem solchen Grund absagen. Daher: Zeigen Sie, dass Sie Interesse an dem Unternehmen haben. Bringen Sie Ideen ein, erörtern Sie Visionen. Zeigen Sie, welche Erfahrungen aus Ihrem bisherigen Beruf hilfreich sein können. Wenn Sie erst einmal Ihren Gesprächspartner für Ihre Person gewonnen haben, fällt vieles leichter.

Das Gespräch führte Sabine Hildebrandt-Woeckel 

 

 

Sylvia Knecht

ist Inhaberin der Beratungsagentur Linch Pin (www.Linch-Pin.de), die auf Employer Branding Themen spezialisiert ist. Zudem lehrt die promovierte Politologin an mehreren Hochschulen. Knecht gilt als Expertin für arbeitsmarktpolitische Themen und hält Vorträge und Workshops zum Thema. 

Ihr aktuelles Buch ‚Erfolgsfaktor Quereinsteiger - Warum Berufswechsler die Chance für Deutschlands Fachkräftemangel sind‘  ist Anfang 2014 im Gabler Verlag erschienen.

 

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